Der Kopftuchstreit in Speyer geht weiter
30. März 2009 | Von quadraturacirculi | Kategorie: Speyer-Kolleg
Die schlechte Nachricht gleich vornweg: Die boykottierenden Kollegiaten sollen nunmehr einen 12seitgen Aufsatz schreiben, um Ihre “Fehlzeiten” zu kompensieren. Fehlzeiten? Sie haben Ihr Grundrecht auf neutralen Unterricht in Anspruch genommen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Mit einer geballten Portion Zynismus könnte man auch formulieren:
Liebe Kollegiaten, es gibt dieses Urteil des Verfassungsgerichtes, es gibt die Selbstverpflichtung unserer Landesregierung aber trotzdem: Ihr seid böse und schreibt nun 1000 mal auf ein Blatt Papier “Kopftuch ist toll und bedeutet gelebte Integration!”
Schon biologische Ausscheidung, dass sich hier die deutschen Kollegiaten mit Gewalt im eigenen Land integrieren müssen. Einen Ausweg haben SIE nicht. Eigentlich ist es noch schlimmer: Mittels dieser Repressalie sollen sie lernen, auf ihre Grundrechte zu verzichten. Glaubens- und Gewissensfreiheit gilt nur für Migranten. Nochmals biologische Ausscheidung dafür, dass sich die Deutschen eine Verfassung gegeben haben, mit deren Hilfe sie die eigenen Rechte ohne über Los zu gehen in den Abguss ablegen dürfen.
Ein Anruf beim ADD, dem zuständigen Bearbeiter Dr. Gilles, war aufwendig und genauso erfolglos. Über die Durchwahlnummer ist der Herr nicht zu erreichen. Nach Querverbindungen durch das ganze Haus, in dem so mancher Sachbearbeiter nicht mal einen Herrn Gilles zu kennen vermeint, erreicht man dann tatsächlich einen Mitarbeiter, der zwar Gilles kennt, aber nicht wirklich. Und trotzdem es Montag ist, schafft es dieser Mitarbeiter, sich aufzuraffen und auf den Flur zu schauen.
Prima, die Redaktion war entzückt.
Diese Erfolgsstory geht aber weiter, plötzlich war der Herr Dr. Gilles auch am Telefon. Nun gut, er war überrascht, wobei der Autor nicht deuten kann, ob diese Überraschung deshalb so groß war, dass man ihn überhaupt gefunden hat oder weil man die Frechheit besitzt, ihn in seiner Selbstherrlichkeit zu stören.
Jedenfalls verneinte Herr Dr. Gilles, diesen Blog hier zu kennen. Es ehrt ihn, dass er sich nicht mit solchen Banalkram abgibt. Es verwundert den Autor, dass Dr. Gilles den Namen des Blogs nannte, dem er keine Auskunft geben wird, aber seit “Zurück in die Zukunft” und “The next Uri Geller” wissen wir, dass wir nichts wissen und glauben sollen, wobei wir dem Grunde nach wieder bei dem Kopftuch wären. Am Rande sei erwähnt, dass Dr. Gilles wahrscheinlich auch noch ein Mentalist ist: Nach Einträgen hier auf diesem Blog erscheint eine “Gegendarstellung” in der Presse. Er hat es wahrscheinlich kommen gesehen…
Der Eintrag begann “mit der schlechten Nachricht”. Die gute Nachricht ist, dass den Kollegiaten nunmehr der Rechtsweg offen steht. Eine Strafarbeit müssen sie nicht hinnehmen.
Eine gelebtere Form von Sozialkundeunterricht hätte Lehrerin C. nicht vermitteln können.






Bleibt standhaft-es drücken euch sehr viele die Daumen.
mfG
Wolfgang
Die gute Nachricht ist doch, dass wir in einem christlich geprägten Land leben, das aufgrund seiner Verfassung, des Grundgesetzes, Werte wie Menschenwürde, Religionsfreiheit usw. festschreibt. Die Väter des GG versuchten, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Das Scheitern der Weimarer Republik und die NS-Diktatur standen ihnen noch lebhaft vor Augen. So wird in der Präambel ganz klar Bezug genommen auf Gott: “Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen”. Dieses Bekenntnis ist übrigens allen westlichen Verfassungen eigen. Und da haben wir es doch schon, auch wenn es einigen nicht passen mag: Die Berufung auf Gott. Nehmen wir mal an, es handele sich um den christlichen Gott, so steht dieser auch für Nächstenliebe und Toleranz. Haben die Väter der Verfassung also geirrt, weil sie an Gott glauben? Müssen wir die Verfassung deshalb neu schreiben, nur weil eine kleine Gruppe ein persönliches Problem mit einer Lehrerin hat, die ihr Kopftuch aus religiösen Gründen trägt. Das Kopftuch allein als Merkmal einer nicht-neutralen Haltung zu sehen, greift hier wohl zu kurz. Die Dienstaufsicht und der oben Gescholtene haben ein genaues Auge darauf, was passiert.
Warum sind einige Deutsche nur so engstirnig, wenn es darum geht, andere Lebenskonzepte zuzulassen. Das wäre im Interesse aller!
Natürlich steht den Kollegiaten der Rechtsweg offen; aber auch da muss man hin und wieder mit Rückschlägen rechnen (s. die Ausführungen weiter oben). Eine kleine Ironie sei aber auch mir gestattet: Vielleicht sollte man direkt an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wenden; diese werden nämlich in jedem Fall verletzt, oder?
@ diegedankensindfrei
Wenn man schon zitiert, dann bitte vollständig. Und nun frag Deinen Betreuer, was DU in Zukunft mit Deinen freien Gedanken anfangen kannst.
In welcher Verfaßung steht geschrieben, daß das Tragen von politischen Symbolen im Staatsdienst ein Menschenrecht ist? Gehts noch?
Unglaublich, mit welchem Hetzblatt man es hier zu tun hat. Eine Beschwerde ist bereits eingereicht worden, der Blog-Betreiber darf sich -so hoffe ich, auf einiges gefasst machen. Lügen, Unwahrheiten und Propaganda, die braune Soße scheint bei einigen wieder zu brudeln. Ihr werdet mit eurer Bewegung gar nichts erreichen, dafür wird Sorge getragen werden…
Mit besten Grüßen
@ Aminiza und die anderen Identitäten
Ist Ihnen nicht klar, dass Ihre arcor-IP immer übermittelt wird? Da nützt auch die Änderung der Emailadresse und des Namens nichts.
Bitte sind Sie einfach so freundlich, bei den nächsten Drohungen ein Internetcafe zu benutzen, dann wird es spannender.
Ansonsten würde ich zur Güte empfehlen, dass Sie Ihre Aktivitäten auf WKW beschränken.
Ihre Beschwerde wurde zur Kenntnis genommen und in den wichtigen Ordner “Spam” abgelegt.
Gott zum Gruß
Ich bin im falschen Film und der Typ im falschen Blog. Bei wem er wohl sonst noch Beschwerde eingereicht hat? Bei der DITIB? Und wegen was? Meinungsfreiheit? Querdenken?Andere Meinung als der gutmenschlich indoktrinierte Mainstream?
Warum müssen wir uns eigentlich dauernd mit dessen offensichtlichen Kopftuchfetisch und den Pauschalvorwürfen rumärgern? Ist ja nicht so, als hätte Monsieur schonmal wirklich konstruktiv, selbstreflexiv oder wirklich dialogisch zu einem Thema beigetragen.