Untersuchungsbericht nach Bombenabwurf: Nur Zivilisten getötet
8. September 2009 | Von Ernie Souchak | Kategorie: ExtrasDer fertige Untersuchungsbericht, der den afghanischen Behörden übergeben wurde und auch die Grundlage für eine Verurteilung Deutschlands vor dem UN-Sondertribunal darstellen wird, zeigt das ganze Ausmaß deutscher Kriegsverbrechen.
Bei dem menschenverachtenden und völkerrechtswidrigen Angriff wurden laut dem Abschlussbericht nur Zivilisten getötet. Kein einziger Talibankämpfer wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die gestohlenen Tanklastzüge waren Teil eines Wiederaufbauprojekts des Tankstellennetzes am Fluss Kundus. Unter den Getöteten befinden sich hauptsächlich Kinder und schwangere Frauen, die ihre Benzinration abholen wollten. Durch die Benzinknappheit erfrieren jede Nacht etwa 300 afghanische Dorfbewohner, weil kein Treibstoff für die behelfsmäßigen Heizungen vorhanden ist. Wegen des Fastenmonats Ramadan ist jeder Dorfbewohner verpflichtet zwischen 2 und 3 Uhr morgens aufzustehen und sich bei einer mobilen Tankstelle an den Sandbänken des Kundus einzufinden. Die NATO ist geschockt und versprach in einer ersten Stellungnahme, dass in Zukunft mehrere Tankfahrzeuge mit geköpften Fahren der Not leidenden Bevölkerung zur Verfügung gestellt werde. Blablabla
Größter Schwachsinn? Stimmt, der Untersuchungsbericht wurde von einem talibanischen Expertengremium angefertigt.
Die Taliban haben nach eigenen Angaben bereits eine eigene Untersuchung zum Nato-Luftschlag am Kunduz-Fluss durchgeführt: Die radikal-islamischen Extremisten behaupten, dass bei dem von der Bundeswehr angeforderten Angriff ausschließlich Zivilisten gestorben seien.Während die Nato am Dienstag erstmals einräumte, dass bei dem Angriff auch Zivilisten verletzt und getötet wurden, verbreiten die Extremisten ihre ganz eigene Theorie. Demnach kamen bei dem Angriff ausschließlich Zivilisten ums Leben, Taliban seien dagegen nicht zu Schaden gekommen.
Die radikalen Islamisten veröffentlichten eine Liste mit den Namen von 42 Zivilisten, die angeblich bei dem Nato-Angriff getötet wurden. Die Liste geht demnach auf eine eigene Untersuchung der Taliban zurück. Das Papier sei nicht vollständig, erklärten die Taliban, vielmehr seien darauf lediglich einige der Opfer aufgeführt. Dazu erklärten die Taliban: “Das Untersuchungsteam hat viele Beweise gesammelt und mit vielen Leuten in der Region des Angriffs gesprochen.”
Als Grund für die von ihnen angestellte Untersuchung nannten die Taliban Berichte in afghanischen Medien, wonach vor allem zivile Opfer zu beklagen gewesen seien. Vertreter der Regierung in Kabul und die Nato hätten aber stets betont, dass Taliban getötet worden seien.
Zum Zeitpunkt des Luftangriffs – die zwei Bomben wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums am 4. September um 1.49 Uhr abgeworfen – hätten sich aber ausschließlich Zivilisten am Ort des Anschlags aufgehalten, behaupten die Taliban jetzt. Sämtliche Taliban hätten in einiger Entfernung zu den Tankfahrzeugen Gespräche geführt, als die Bomben einschlugen. Die Taliban hatten den Zivilisten nach eigenen Angaben gestattet, aus den im Schlamm festgefahrenen Tanklastwagen Benzin abzuschöpfen. Die vielen Menschen seien wegen des Fastenmonat Ramadan so früh auf den Beinen gewesen, erklärten die Taliban. “Sie wollten alle Benzin haben.”





