“Fundamentalismus der Beleidigung”
1. November 2009 | Von Ernie Souchak | Kategorie: MedienFlemming Rose, der für die Veröffentlichung der „Motoons“ verantwortliche Redakteur des „Jyllands-Posten“ schreibt einen bemerkenswerten Aufsatz über einen neuen Fanatismus der guten Absicht.
Der Karikaturenstreit, die Freiheit und ihr Preis
Vier Jahre nach dem dänischen Karikaturenstreit zieht der verantwortliche Redakteur der Zeitung “Jyllands-Posten” eine Bilanz. Heute macht ihm, wie er sagt, ein neuer Fundamentalismus der guten Absicht Sorge. Er nennt ihn den “Fundamentalismus der Beleidigung”.Am vergangenen Dienstag enthüllten das FBI und der dänische Geheimdienst PET, dass zwei Männer mit pakistanischem Hintergrund in Chicago festgenommen worden sind. Sie werden verdächtigt, an einem Mordkomplott gegen mich und Kurt Westergaard, dessen Karikatur des Propheten mit einer Bombe im Turban vor vier Jahren zum Symbol geworden ist, beteiligt gewesen zu sein.
Einer der beiden Verdächtigen ist zweimal nach Dänemark gereist, wo es ihm gelungen ist, bis in die Redaktionsräume der Zeitung vorzudringen. Er drehte Videos vom Gebäude, versuchte herauszufinden, wo ich wohne und wie mein Tagesablauf aussieht.
Es ist nicht angenehm, wenn man erfährt, dass man ermordet werden soll, also ist die Frage erlaubt: War es das wert? Bereue ich, die dänischen Karikaturen veröffentlicht zu haben?
Offen gestanden, ich glaube, diese Frage verkennt, was auf dem Spiel steht. Ebenso gut könnte man ein Vergewaltigungsopfer fragen, ob sie es bereut, am Freitagabend in der Diskothek einen kurzen Rock getragen zu haben.




